Splash Damage schickt 4 Jahre nach „Quake Wars“ ein neues Pferd ins Rennen um das angestaubte Shootergenre auf eine neue Stufe zu hieven. Gelingt der Sprung?Im Jahre 2225 passiert das unvermeidbare, der Meeresspiegel steigt an und ganze Teile der Erde werden vom Meer verschluckt. Die letzten Zufluchtsorte der Menschen sind schwimmende Städte und heiß begehrt. Genau hier setzt Brink von Splash Damage und Bethesda an. Auf „The Ark“, so der Name der schimmenden Stadt, haben sich zwei Lager gebildet, einmal die „Sicherheitskräfte“ die für ein geregeltes Leben sorgen wollen und die „Widerstandskämpfer“, die vornehmlich in den Slums der Stadt hausen und ihre Dasein und Schicksal satt haben.
Alle Mann an Board!Brink bietet eine vollwertige Kampagne samt Zwischensequenzen die sie aus der Sicht beider Parteien spielen können. Auf jeder Seite stehen 8 Missionen zur Auswahl, die man zusammen mit andern Mitspielern oder auch solo mit Bots in Angriff nehmen kann. Die Ausgangslage ist schnell geklärt, die Widerstandskämpfer wollen so schnell wie möglich runter von der Stadt, die Sicherheitskräfte setzen alles daran dies zu vereiteln. Die einzelnen Missionen samt ihrer Ziele sind daher gegenläufig, heißt wenn Team A eine verletzte Geisel zum Ausgangspunkt eskotieren muss, besteht die Aufgabe von Team B darin, dies zu verhindern.
Der komplette Spielablauf ist konsequent auf Teamspiel abgestimmt, es geht auf den aktuell 8 Karten immer darum, Objekt A lange genug zu beschützen oder Terminal B zu hacken was nur in Gruppen funktioniert. Andere Modi wie z.b. klassisches Deathmatch sucht man hier vergebens.
Wer bin ich überhaupt?Passend zu den Spielmodi finden sich in Brink 4 Klassen wieder, die man so auch schon aus anderen Spielen kennt. Welche das sind und was für Aufgabe jeder Klasse zu übernehmen hat, sieht man im Detail hier:
Soldat

Idealweiser mit dem "schweren Körpertyp" (dazu später mehr) ausgestatten, zieht der Soldat mit Maschinengewehren und Miniguns in den Kampf um die Ark. Er wird immer gebraucht, wenn Hindernisse das Team am weiterkommen hindern. Denn nur der Soldat kann an festgelegten Punkten C4 anbringen und so etwas Tore sprengen. Außerdem kann er den Munitionsvorat andere Mitstreiter wieder auffüllen, was auch bitter nötig ist, denn Munition ist in Brink ein knappes Gut und ohne Soldaten steht man schnell ohne Kugeln dem Feind gegenüber.
Sanitäter

Stärkster Rückhalt in jedem Team ist natürlich der Medic. Seine Aufgaben bestehen hauptsächlich darin, Teammitglieder wieder zu reanimieren, was durch sogenante Wiederbelebungsspritzen funktioniert, und die Gesundheit der Mitstreiter zu buffen. Außerdem kann er durch verschiedene Talente die Gesundheitsregeneration erhöhen, Teammitglieder kurzzeitig immun gegen Schaden machen und die Schnelligkeit erhöhen. Bei Geiselrettungsmissionen ist nur der Medic in der Lage die Geisel wieder aufzustellen und so für eine erfolgreiche Mission zu sorgen.
Techniker

Desweitern mischt der Techniker mit, der als einzige Klasse feindliche C4 - Ladungen vom Soldaten entschärfen kann. Zudem ist er in der Lage Minen (immer nur 1) zu legen und ein automatisches Geschütz aufzustellen. An vorgegeben Punkten auf der Karte kann der Techniker zudem fest montierte Geschütze errichten und Barrikaden aufbauen, um sein Team zu schützen. In manchen Missionen muss ein sogenannten "Bot", ein kleines Fahrzeug" beschützt und bis zu einem bestimmten Punkt gebracht werden. Wird es unterwegs durch das gegnerische Team zerstört, kann nur der Techniker ihn wieder instand setzen. Zudem kann der Techniker den Schaden seiner eigenen Waffen und der seiner Mitstreiter buffen.
Agent

Das Quartett vervollständigt der Agent. Als Computerexperte ist seine Aufgabe das hacken von Terminals. Zudem darf er sich als ein gefallener Spieler des Gegners tarnen und so ungehindert vorpreschen. Er bleibt solange unerkannt, bis er das Feuer eröffnet. Steath-Kills oder sonstige Manöver hat der Agent nicht im Reportoir und ist daher anfänglich etwas schwach auf der Heldenbrust. Est mit Levelaufstiegen und neuen Talenten wie z.B. da Hacken von gegnerischen Geschützen wird der Agent wichtiger.
schnell und smartBrink ist vorallem eins, schnell, verdammt schnell. Wer keine der Vorgängertitel wie Quake Wars gespielt hat wird sich in den ersten Stunden recht schwer tun auf der Ark. Die teilweise überfrachteten Menüs wie etwa das Radialmenü verstärken diesen Eindruck noch. Doch wer einmal hinter das System blickt, versteht schnell wie und vorallem wo der Hase läuft.
Wenn man z.B. als Soldat vorrückt und im Radialmenü für sich selbst das Ziel "Sprenge die Tür" auswählt, bekommt man den Umriss sowie eine Entferungsanzeige des Ziels präsentiert. Zudem erhalten alle Mitstreiter jetzt die Minimisison in ihrem Menü "beschütze Spieler X". Dies soll die Kommunkation, vorallem auf Publicservern ohne Voicetools, unterstützen. Dies klappt wie wir finden auch recht gut, wenn die Spieler denn das Radialmenü benutzen und nicht nur blind vorstürmen.
Im Vorfeld wurde Splash Damage viel über das sogenannte S.M.A.R.T - System geredet und es wurde als ein prägendes merkmal des Shooters herausgestellt. In der Praxis ist das alles andere als spektakulär. Zwar können die Spieler mit nur einem Tastendruck elegant um ecken rutschen oder Vorsprünge erklimmen, aber das fällt alles recht mager aus und ist bei weitem nicht so bahnbrechend wie einst angekündigt. Zwar gibt es gewisse Einschränkungen, so können nur etwa der
leichteund der
normale Körpertyp bestimmte Hindernisse überwinden und so schnell von einem Ende der Map zur andern gelangen. Der
schwere Typ schaut hier in die Röhre und muss sich andere, durchaus längere Wege zum Ziel suchen. Alles in allem ist das S.M.A.R.T - System ein nettes Feature, aber wirklich lebenswichtig ist es nicht.
Die KI und ichDie KI ist eine arme Sau! Sie soll dutzenden Bots gleichzeitg diverse Befehle wie "schieße auf Spieler A" oder "beschütze Objekt B" ausführen und das dann auch noch so menschlich wie nur möglich. Wie oben bereits erwähnt, ist Brink sehr schnell und komplex und teilweise verlieren auch menschliche Mitspieler die Übersicht. Für die KI in Brink ist das alles zuviel. Sie streikt bereits bei einfachen Befehlen wie "schieße auf Feind" und dies führt dazu das die Bots zum Teil nur als Kanonenfutter dienen und sich wie Spatzen abschießen lassen ohne den Hauch von Gegenwehr. Zudem bleiben sie oft an Ecken und Kanten hängen oder stehen mitunter minutenlang auf der Stelle. Eine gute KI-Routine sieht definitiv besser aus!
Baby, du siehst gut aus!Abgerundet wird Brink durch ein sehr umfangreichen Charaktereditor der es erlaubt, seine Spielfigur sehr individuell zu erstellen und anzupassen. Zu Beginn wählt man generell die Seite, also Widerstand oder Sicherheit und erstellt sich dann seinen Charakter je nach Vorlieben. Dies bestimmt aber nur auf welcher Seite uns das Spiel bei Matchbeginn zuweist, nachträgliches Wechseln ist trotzdem immer möglich da unser Charakter sich individuell für beide Seiten ausrüsten lässt. Tattos und Narben können allerdings später nicht mehr geändert werden, hier ist Vorsicht geboten. Dieser variable Charaktereditor macht es möglich, das jeder Spieler anders aussieht. Zwar darf man allerlei Gimmicks wie etwas Hockeymasken oder Helme seinem Charakter aufsetzen, die Auswahl der Gesichter hält sich allerdings in Grenzen und die wenigen vorhandenen ähneln sich sehr stark. Hier hätte etawas mehr Vielfalt gut getan.
Videobeispiel zum Charakter-Editor
Alles tuti auf der Ark?Zum Abschluss gehen wir noch auf ein paar Dinge ein, die den Spielpass doch trüben können und es auch tun. Auf der einen Seite steht da der doch sehr spartanisch anmutende Serverbrowser, der kaum Filtereinstellungen zulässt und auch nicht immer seinen Dienst sorgenfrei verrichtet. Zum andern sind da mal wieder Bugs von denen auch Brink leider nicht verschont bleibt. Auf die größten Schnitzer gehen wir nun im Detail etwas ein:
SoundbugAuf mindestens 1 Map tritt dieser Bug 100% bei jeder Runde auf, dies ist "
Terminal". Es gibt Meldungen, das bei verschiedenen Spieler auf 1 bis 2 andern Maps dieses Problem ebenfalls auftritt, dies ist aber nicht die Regel. Nur eben bei Terminal fällt der komplette Sound für alle Spieler aus. Beheben lässt sich das Problem bisher nicht, ein Patch ist angekündigt.
Unsichtbare Gegner / MitspielerKlingt komisch, ist es aber nicht. Ein seltender Fehler führt dazu, das man entweder seine Gegner oder auch seine Mitspieler nicht mehr sieht. Ein Indiz für diesen Bug ist, wenn man während des Spiels die Taste "Tabulator" drückt (zeigt alle aktuellen Spieler auf dem Server) und man nur die Namen eines Teams angezeigt wird. Spielen wird durch diesen Bug unmöglich. Hier besteht drigender Patchbedarf!
© »Lefty«
Wir haben bewusst Anspielungen oder Vergleiche mit andern Titeln vermieden, denn Brink will selbst "anders" sein, etwas neues erschaffen. Dies gelingt dem Spiel aber nur zum Teil. Das Missionsdesgin und das Teamplay sind beispielos und harmonieren perfekt, ebenso die ausbalancierten Klassen und das schnelle und actionreiche Gameplay. Aber auf Dauer zu einseitige und immer gleiche Maps sowie kleine, aber spürbare Macken verhindern den ganz großen Durschmarsch. Für K/D - Puristen ist das Spiel ein wahrer Grauß, für Team - und vorallem lernwillige Spieler hingegen ein momentan in dieser Form konkurrenzloses Spiel!